spanische Armada


spanische Armada
spanische Armada
 
Unter Philipp II. unternahm das spanische Weltreich seine letzten umfassenden Versuche, den Protestantismus im Norden niederzuringen. In Frankreich war er mit der katholischen Heiligen Liga verbündet, in den Niederlanden versuchte er, die protestantischen Provinzen zurückzuerobern. 1588 wollte er England durch eine Invasion für den Katholizismus zurückgewinnen; letztlich ging es darum, Holland auf dem Weg über England zu besiegen.
 
Zur Eroberung Englands rüstete Spanien eine große Flotte von 130 Schiffen aus, die »Unbesiegbare Armada«. Die Taktik der Spanier zielte darauf ab, die englischen Schiffe durch schwere Artillerie außer Gefecht zu setzen und dann zu entern. Aus diesem Grund hatte die spanische Armada neben 8000 Matrosen auch fast 19000 Soldaten an Bord. In den Niederlanden stand ein weiteres Landheer zum Übersetzen nach England bereit.
 
Die englische Flotte, in der sich so erfahrene Kapitäne wie Sir Francis Drake und Sir John Hawkins befanden, war der spanischen Flotte zahlenmäßig zwar überlegen, zu ihr gehörten aber auch viele kleinere Schiffe, etwa Küstensegler. Die Schlagkraft der englischen Flotte beruhte auf leichteren, aber weit reichenden Geschützen und einer ganz auf einen beweglichen Seekrieg ausgerichteten Taktik. Vor Cornwall stießen die Flotten zum ersten Mal aufeinander. Die englische Flotte verfolgte die Armada bis zur Straße von Dover, wo die Armada vor Calais vor Anker ging, um sich mit der spanischen Landungsarmee aus den Niederlanden zum entscheidenden Angriff auf England zu vereinigen.
 
Doch die Verbindungen zwischen der Armada und dem Herzog von Parma waren nur unzureichend, sodass die Landungsarmee noch nicht bereit zum Auslaufen war; außerdem griffen die Engländer in der Nacht von 7. auf den 8. August 1588 mit sechs Feuerschiffen die spanische Armada an. Es folgte eine erbitterte Seeschlacht, bei der die Windverhältnisse für die Engländer besonders günstig waren. Um nicht in die Untiefen vor Flandern getrieben zu werden, musste die Armada, deren taktischer Verband dadurch aufgelöst wurde, in die Nordsee ausweichen. Ungünstige Winde trieben sie immer weiter nach Norden, sodass sie um Schottland und Irland herum den Heimweg antreten musste. Der Mangel an geeigneten Karten und Lotsen sowie Stürme brachten der Armada weitere Verluste.
 
Immerhin erreichten etwa zwei Drittel der Schiffe wieder Spanien. Die Kosten für das erfolglose Unternehmen waren hoch gewesen, von noch größerer Bedeutung war aber der Prestigeverlust der Spanier. Die Niederlage der Armada war für die Protestanten in Frankreich, in den Niederlanden und in England eine Ermutigung, für die von Spanien betriebene Gegenreformation der Wendepunkt. Mit ihr begann der Aufstieg Englands als überseeischer Macht.

Universal-Lexikon. 2012.

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